Wann eine Grafik mehr sagt als Text
Informationsgrafiken helfen überall dort, wo Inhalte komplex oder zahlenlastig sind. Typische Einsatzbereiche sind:
- Kennzahlen und Entwicklungen im Geschäftsbericht oder Jahresbericht
- Ergebnisse von Umfragen und Auswertungen
- Abläufe und Prozesse, etwa „So läuft Ihre Anmeldung ab“
- Organigramme und Zuständigkeiten
- Vergleiche von Angeboten, Tarifen oder Varianten
- Zeitleisten, zum Beispiel zu einem Firmenjubiläum
Auch Förderbedingungen, Gebührenordnungen oder technische Funktionsweisen lassen sich in einer Grafik oft übersichtlicher erklären als in einem langen Absatz. Viele dieser Grafiken erscheinen gedruckt und online zugleich. Deshalb gehören sie sowohl zu den Printmedien als auch zu den Onlinemedien.
Vom Datensatz zur klaren Aussage
Eine gute Informationsgrafik beginnt mit einer Frage: Was soll man nach dem Betrachten wissen? Erst danach wähle ich die Form. Nicht jede Zahl muss dargestellt werden. Oft ist es besser, eine Kernaussage deutlich hervorzuheben und Details in einer Tabelle oder im Text zu ergänzen.
Mein Vorgehen:
- Inhalte sichten: Ich prüfe die Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität und kläre offene Fragen mit Ihnen.
- Aussage festlegen: Wir bestimmen, welche Botschaft im Mittelpunkt steht.
- Form wählen: Diagramm, Piktogramme, Ablaufgrafik oder eine Kombination, je nachdem, was die Aussage am besten trägt.
- Gestalten: Farben, Beschriftungen und Hervorhebungen setze ich gezielt ein, damit das Wichtige auffällt.
- Anpassen: Für unterschiedliche Medien entstehen passende Varianten, etwa ein Querformat für die Präsentation und ein Hochformat für soziale Netzwerke.
Bei Geschäfts- und Jahresberichten entstehen oft viele Grafiken zu ähnlichen Themen. Hier lohnt es sich, einmal ein Grundmuster für Diagramme festzulegen und es für alle Kennzahlen anzuwenden. Leserinnen und Leser finden sich dann schneller zurecht, weil gleiche Farben immer dieselbe Bedeutung haben. Und im nächsten Jahr lassen sich die Grafiken mit neuen Zahlen mit wenig Aufwand aktualisieren.
Ehrlich und gut lesbar
Grafiken können Zahlen verständlich machen, sie aber auch verzerren, etwa durch eine abgeschnittene Achse oder unpassende Flächen. Ich achte darauf, dass Proportionen stimmen, Achsen nachvollziehbar beschriftet sind und die Quelle genannt wird.
Genauso wichtig ist die Lesbarkeit. Ausreichend große Schrift, deutliche Kontraste und Beschriftungen direkt an den Werten erleichtern das Verständnis. Da nicht alle Menschen Farben gleich gut unterscheiden, sollte eine Grafik nicht allein über Farbe funktionieren. Für Websites ergänze ich auf Wunsch eine kurze Textbeschreibung, damit die Aussage auch für Screenreader zugänglich ist.
Einheitlich im Erscheinungsbild
Wenn in Ihrem Unternehmen regelmäßig Diagramme entstehen, lohnt es sich, Regeln dafür festzulegen: Farbreihenfolge, Schriftgrößen, Linienstärken und der Aufbau von Tabellen. Diese Vorgaben lassen sich in Ihren Corporate-Design-Leitfaden aufnehmen, damit alle Grafiken zusammenpassen, egal wer sie erstellt.




